Enabling poor rural people
to overcome poverty



IFAD 09/07

IFAD-Präsident nimmt am InWEnt Seminar unter der Leitung des BMZ in Berlin teil

Rom, 27. September 2007 – Der Klimawandel wird die ärmsten und verletzbarsten Gesellschaften treffen, so IFAD-Präsident Lennart Båge vor einem Treffen mit Erich Stather, Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(BMZ), in Berlin.

Båge wird am 2. Oktober bei einem von InWEnt organisierten Seminar zum Klimawandel in Berlin sprechen. InWEnt – Internationale Weiterbildung und Entwicklung, Deutschland, bietet Personalentwicklung, Fortbildung und eine Dialogplattform im Bereich der internationalen Kooperation an. Jedes Jahr nehmen etwa 55.000 Menschen an den InWEnt-Programmen teil. Das Seminar wird von 9:30Uhr bis 10:30Uhr im BMZ in Berlin in der Stresemannstraße stattfinden.

„Die verarmte ländliche Bevölkerung ist am meisten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen und gleichzeitig am wenigsten zur Anpassung fähig“, sagte Båge. „Sie lebt in ökologisch anfälligen Gegenden, wie Bergregionen, Küstengebieten und Wüsten und ist abhängig von schwachen wirtschaftlichen Sektoren wie der Landwirtschaft, Fischerei und Forstwirtschaft. Ebenso fehlt es ihr an den nötigen institutionellen und finanziellen Kapazitäten, um sich selbst zu schützen.“

Båge weist auf die sintflutartigen Regenfälle und Überschwemmungen hin, die gegenwärtig mehr als eine Millionen Menschen in über 17 Staaten in West-, Zentral- und Ostafrika betreffen. Diese außergewöhnlichen Niederschläge haben zahlreiche Menschen das Leben gekostet, Ernten und hunderttausende Häuser zerstört sowie viele Menschen für Seuchen anfällig gemacht, die über das Wasser übertragen werden.

„Wir müssen nicht nur der verarmten ländlichen Bevölkerung helfen, sich anzupassen und mit dem Klimawandel umzugehen, sondern wir müssen diesen Menschen auch die Fähigkeit geben, Teil der Lösung werden zu können“, sagte Båge. „Klimawandel ist kein reines Umweltproblem; er wird definitiv wirtschaftliche und soziale Konsequenzen mit sich bringen. Der Klimawandel ist eine der größten Gefahren, der die Welt gegenübersteht.“

Båge steht an der Spitze des Koordinierungsrats der Leiter der Organisationen des Systems der Vereinten Nationen (CEB). Im Auftrag von UNO-Generalsekretärs Ban Ki-moon hat Båge im Juni 2007 ein Treffen zum Klimawandel mit führenden Vertretern verschiedener UNO-Agenturen im IFAD-Hauptquartier abgehalten.

Diesem Treffen werden weitere Beratungen folgen, um einen Bericht zu vier kritischen Aspekten des Klimawandels vorzubereiten: Milderung, Anpassung, Technologien und Finanzierung. Ziel dieses Berichtes ist es, den gemeinsamen Einfluss des Systems der Vereinten Nationen in diesen Bereichen zu stärken.

Die Initiative des CEB versorgt den Generalsekretär mit Hintergrundinformationen zu verschiedenen zwischenstaatlichen Diskussionen zum Thema Klimawandel in diesem Jahr. Vor allem über das hochrangige Treffen bei den Vereinten Nationen im September in New York und über die Klimakonferenz auf Bali im Dezember.

Über die Jahre hinweg war Deutschland ein aktives Mitglied und ein wichtiger Geldgeber.
„Deutschland ist ein wertvoller Befürworter und Partner des IFAD“, so Båge. „Es hat unsere Bemühungen, die Armut zu senken, vor allem in Afrika, immer unterstützt.“


Der Internationale Fonds für Landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Armut in ländlichen Gebieten. Zweck des Fonds ist es, Mittel zu vergünstigten Konditionen oder als Zuschüsse für die landwirtschaftliche Entwicklung, Armuts- und Hungerbekämpfung in Entwicklungsländern bereitzustellen. Zurzeit gibt es 191 von IFAD unterstützte Projekte zur Armutsbekämpfung mit einem Gesamtvolumen von 6.6 Milliarden US$. Der IFAD hat mit der Kofinanzierung von Partnern wie Regierungen, Projektteilnehmern, multi- und bilateralen Geldgebern 3.1 Milliarden US$ investiert. Diese Initiativen werden etwa 82 Millionen armen Frauen und Männer aus ländlichen Gebieten helfen, ein besseres Leben für sich und ihre Familien zu verwirklichen. Seit Beginn der Programme im Jahre 1978 hat IFAD etwa 9.8 Milliarden US$ in 751 Programme und Projekte investiert, die mehr als 310 Millionen armer Menschen helfen konnten. Regierungen und andere finanzielle Quellen in Empfängerländern, inklusive Projektteilnehmern, haben mit 9.2 Milliarden US$ dazu beigetragen. Multi- und bilaterale Quellen sowie andere Geldgeber haben weitere 7.2 Milliarden US$ kofinanziert.